Umbau ehemaliges Rathaus mit Brückentor - in Arbeit

Kirchgassen mit Iberg und Altersheim > Grosse Kirchgasse

Altes Rathaus

Da die wissenschaftliche Auswertung der von 2012 bis 2014 vorgenommenen
archäologischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen ist, kann nicht mit Sicherheit auf
einen vorstädtischen Vorgängerbau geschlossen werden. Bei den Grabungen wurde
Brandschutt in Form von Holzkohle und brandgerötetem Lehm freigelegt. Manches spricht
dafür, dass dieser aus der vorstädtischen Zeit stammt. In dieser Planierungsschicht wurde
auch eine Keramikscherbe gefunden. Einen weiteren Hinweis, dass möglicherweise schon
vor dem Bau eines befestigten Markts hier ein „festes Haus“ stand, könnte die romanische
Säule, die 1943 bei Umbauten im ersten Stockwerk zum Vorschein kam, liefern. Diese dürfte
aus der Mitte oder der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen und ist heute (2016) im
Ortsmuseum ausgestellt. Aus der Phase der Stadtgründung stammt die reussseitige
Stadtmauer, an deren Innenseite dieser Herrschaftssitz wohl Mitte des 13. Jahrhunderts
errichtet wurde. Das Mauerwerk ist zum Teil bis 1.8 m dick.

In alten Urkunden wird der Bau „Gräffenmur“ (=Gräfinnenmauer) genannt. Der Historiker
Theodor von Liebenau schloss Ende des 19. Jahrhunderts daraus, das Gebäude könnte nach
dem Tod Hartmanns V. im Jahre 1263 eine Zeitlang von den Gräfinnen Elisabeth von Chalon,
der Witwe Hartmanns, und deren Tochter Anna von Kyburg bewohnt gewesen sein. Dieses
Haus war ein Lehen der Landesherren, zuerst der Kyburger, dann der Habsburger und seit
1415 der Eidgenossen.

Bis Mitte des 15, Jahrhunderts wohnten verschiedene Bürger in der Gräfinnenmur, welche
dann von der Stadt gekauft wurde (Vorher stand das Rathaus an der Hauptgasse). Aufgrund
der Fälldaten von Dachstuhl- und Deckenbalken baute man die „Gräffenmür“ von 1462 bis
1465 zum Rathaus um, wobei man die gassenseitige Front gänzlich niederriss und die
heutige aussergewöhnlich harmonische Fassade mit Kreuzstock- und Staffelfenstern
errichtete. Im zweiten Obergeschoss schuf der Mellinger Werkmeister Hans Widerkehr 1467
die prächtige Ratsstube. Diese verkaufte man leider 1889); sie ist heute als eine der
schönsten spätgotischen Ratsstuben der Deutschschweiz im Nationalmuseum Zürich zu
bewundern. Zwischen 1528 und 1536 nahm man am Rathaus verschiedene Umbauten vor,
was durch die am Gebäude angebrachte Jahrzahl 1536 beim ehemaligen Abgang zum Keller
belegt ist. Die beiden spätgotischen Treppengiebel — die einzigen des Städtchens - sowie ein
an der gassenseitigen Fassade angebrachtes skulptiertes Stadtwappen mit Schildhalterlöwen
(Original von ca. 1530 heute im Ortsmuseum) zwischen Erd- und Obergeschoss—- betonen
die öffentliche Funktion des Hauses. 1856, als die städtische Verwaltung an den Kirchplatz
verlegt wurde, ging der Bau in Privatbesitz über. Seit 1923 wurde das Gebäude zu
geschäftlichen Zwecken verwendet und das Erdgeschoss gänzlich umgestaltet. Ab 2012
wurden im Gebäude Umbauarbeiten vorgenommen und sukzessive hübsche
Altstadtwohnungen realisiert.



2009 - Das ehemalige Rathaus von Mellingen und das Brückentor haben einen neuen Besitzer

Alex Gemperle, Hünenberg kauft das ehemalige Rathaus mit dem Brückentor von der Robert Huber AG.
Das Baugesuch für 8 Wohnungen und total 15 Zimmern folgt 2011.--> siehe unter mehr
Die Baubewilligung wird im Frühjahr 2012 erteilt.

Mehr

Reussbote 25.10.2011 Stefan Haller
Mellingen: Projekt für Umbau und Renovation des alten Rathauses mit dem Brückentor liegt öffentlich auf

Der neue Besitzer des alten Rathauses von Mellingen will das Gebäude innen komplett neu gestalten. Das nun aufliegende, anspruchsvolle Bauprojekt für rund 2,7 Mio. Fr. ist mit den kantonalen Fachstellen bereits vorbesprochen und in Teilen angepasst worden.
Das alte Rathaus ist sicher eines der ältesten und wichtigsten Gebäude der Mellinger Altstadt. Wie dem Schweizerischen Kunstführer, Band Mellingen, von Autor Peter Hoegger entnommen werden kann, soll der Kern des Hauses schon im 12. oder 13. Jahrhundert bestanden haben. Eine bei Umbauten im ersten Stock zum Vorschein gekommene und heute im Ortsmuseum verwahrte romanische Fenstersäule stützt diese Annahme. Das Gebäude diente usprünglich als festes Haus zur Sicherung des angrenzenden Brückentors. In den Sechzigerjahren des 15. Jahrhunderts wurde es zum Rathaus umgebaut und zwischen 1528 und 1536 wurden durchgreifende Erneuerungen durchgeführt. 1856 verlegte man die Verwaltungsräume der Gemeinde in ein anderes Haus und sie befinden sich heute bekanntlich im neuen Rathaus an der Grossen Kirchgasse.

Ratsstube im Landesmuseum
Das seither kommerziell genutzte alte Rathaus erhielt im .20. Jahrhundert mehrere Aussenrenovationen, die letzte unter Aufsicht der kantonalen Denkmalpflege im Jahr 1975. Das Haus besitzt keine alte Ausstattung mehr. Portal, Holztäfer und Decke der prächtigen ehemaligen Ratsstube gelangten am Ende des 19. Jahrhunderts in das Schweizerische Landesmuseum nach Zürich, wo man sie neu montierte und bis heute besichtigen kann.
Wie erwähnt, wurde das alte Rathaus zuletzt mit einem Laden im Erdgeschoss und mit Wohnungen genutzt. Mehrere Jahre verwendete die Robert Huber AG die Räume auch als Laden und Warenlager. Vor rund zwei Jahren kaufte dann Alex Gemperle aus Hünenberg das alte Rathaus und er hat nun Grosses vor mit der Liegenschaft. Gemperle besitzt eine Firma für Bedachungen, Holzbau und Fassaden im Kanton Zug. Er liess vom Architekturbüro Hüsser + Partner AG (Muri/Niederwil) ein Projekt für einen umfassenden Umbau und die Renovation des alten Rathauses ausarbeiten. Dieses sieht folgende neue Raumaufteilung vor: Eingebaut werden sollen ein Büro, ein Laden oder eine Wohnung (Loft) mit einem Zimmer im Erdgeschoss, eine Wohnung mit 1,5 Zimmern, drei Wohnungen mit 2,5 Zimmern sowie zwei Wohnungen mit 3,5 Zimmern. Total sollen im alten Rathaus acht Wohnungen mit 15 Zimmern eingebaut werden. Für die Beheizung der Räume und das Warmwasser ist ein Anschluss an das Erdgasnetz vorgesehen.
Das Bauvorhaben wurde bereits mit den kantonalen Fachstellen vorbesprochen und wird nach einigen Anpassungen nun bis zum 17. November öffentlich bei der Bauverwaltung Mellingen aufgelegt. Unter anderem benötigt das Projekt in der Altstadt die Einwilligung der kantonalen Abteilung für Denkmalschutz. Die Kantonsarchäologie plant im Zuge der Bauarbeiten Ausgrabungen im Untergeschoss und wird das Projekt begleiten, da mögliche interessante Funde nicht ausgeschlossen werden können. Es ist denkbar, dass der Bereich des Brückentores erst nach Realisierung der Umfahrung Mellingen renoviert wird, da es heute durch Lastwagen immer wieder zu Beschädigungen des Mauerwerks kommt.

Gefährdung durch Hochwasser
Ein Thema ist auch der Hochwasserschutz: Zuletzt wurde die Mellinger Altstadt und auch das alte Rathaus im Zuge des Hochwassers vom August 2005 teilweise geflutet. Das Büro Basler + Hofmann AG (Esslingen) kommt zum Schluss: «Das alte Rathaus Mellingen ist in der Schutzdefizitkarte des Kantons aufgeführt und aufgrund der exponierten Lage direkt an der Reuss ab einem 100-jährlichen Hochwasser gefährdet.» Gefahrenpotenzial sehen die Experten durch Wasseraufstau direkt am Brückenschild, Schwemmholzaufprall, Rückstau flussaufwärts sowie auch durch eine indirekte Flutung via die Kanalisation. Als Schwachstellen am Gebäude wurden unter anderem die Aussentüren und Fenster zum Hinterhof, die Aussenfenster des Nachbarhofs, der Kanalisationsanschluss sowie Risse in der Aussenwand ausgemacht. Diese Risiken sollen im Zuge der Renovation durch verschiedene, noch nicht im Detail bestimmte Mass-nahmen behoben werden.




Bild-Nr.: 06320
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Stefan Haller, Reussbote vom 25.11.2011
Copyright: © Viktor Zimmermann/Stefan Haller

2009

Zustand vor Verkauf - Küche - Dachstock


Bild-Nr.: 06322
Bild: Immoservice Aargau
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2009

Zustand vor Verkauf - Stube - Küche - Bad


Bild-Nr.: 06323
Bild: Immoservice Aargau
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2009

Zustand vor Verkauf - Verkaufsladen im Erdgeschoss


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Bild: Immoservice Aargau
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2009

Brückentor - Zustand vor Umbau


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Bild: Immoservice Aargau
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2009

Brückentor - Zustand vor Verkauf


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Bild: Immoservice Aargau
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2009

Brückentor - Zustand vor Verkauf


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Bild: Immoservice Aargau
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2009

Brückentor - Zustand vor Verkauf


Bild-Nr.: 06328
Bild: Immoservice Aargau
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2009

Brückentor - Zustand vor Verkauf


Bild-Nr.: 06329
Bild: Immoservice Aargau
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2009

Brückentor Zustand vor Verkauf


Bild-Nr.: 06330
Bild: Immoservice Aargau
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2009

2011 Das ehemalige Rathaus zur Zeit des Baugesuchs


Bild-Nr.: 06340
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: © Viktor Zimmermann

31.10.2011

Das Brückentor und das Torhaus zur Zeit des Baugesuchs

Die Wappen der 8 alten Orte über dem Brückentor


Bild-Nr.: 06341
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
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31.10.2011

Die Wappen der acht alten Orte

Zug, Schwyz (0hne heutiges Schweizerkreuz), Luzern, Zürich (Halbierung nicht wie heute von rechts unten nach links oben), Wappen des Reichs (Doppeladler), Bern, Uri, Unterwalden (ohne heutigen Schlüssel), Glarus


Bild-Nr.: 06342
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: © Viktor Zimmermann

31.10.2011

Torhaus und ehemaliges Rathaus zur Zeit der Baueingabe


Bild-Nr.: 06343
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: © Viktor Zimmermann

31.10.2011

Die spätgotischen Treppengiebel sind beliebte Aussichtspunkte der Dohlen

Treppengiebel gibt es in Mellingen nur auf dem Dach des ehemaligen Rathauses


Bild-Nr.: 06344
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: © Viktor Zimmermann

31.10.2011

Reussfront des ehemaligen Rathauses vor dem Umbau

Das ehemalige Rathaus in altrosa. So waren früher die Rathäuser mehrheitlich bemalt. Die Farbe war ein Erkennungszeichen für ein Rathaus.


Bild-Nr.: 06345
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: © Viktor Zimmermann

31.10.2011

Geplante Lukarnen


Bild-Nr.: 06346
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: © Viktor Zimmermann

31.10.2011

2012 - Dachstuhl


Bild-Nr.: 06356
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: ©Viktor Zimmermann

2012

2012 - Abbrucharbeiten im ehemaligen Rathaus

War hier wohl die ehemalige Ratstube, die heute im Landesmuseum in Zürich ausgestellt ist?


Bild-Nr.: 06348
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: ©Viktor Zimmermann

01.02.2012

2012 - Abbrucharbeiten


Bild-Nr.: 06349
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: ©Viktor Zimmermann

01.02.2012

2012 - Zimmer auf der Reussseite


Bild-Nr.: 06351
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: ©Viktor Zimmermann

01.02.2012

2012 - Fenster mit Aargauer Läden auf der Reussseite


Bild-Nr.: 06352
Bild: Viktor Zimmermann
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01.02.2012

2012 - Spannende Wandverkleidung - was steckt wohl dahinter?


Bild-Nr.: 06353
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: ©Viktor Zimmermann

01.02.2012

2012 - Grüner Stockofen im 1. OG


Bild-Nr.: 06354
Bild: Viktor Zimmermann
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01.02.2012

2012 - Der Dachstuhl des ehemaligen Rathauses


Bild-Nr.: 06355
Bild: Viktor Zimmermann
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01.02.2012

2012 - Dachstuhl


Bild-Nr.: 06358
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: ©Viktor Zimmermann

01.02.2012

2012 - Ausgebaute Teile zum Entsorgen

Diese Teile stehen auf dem Platz vor der zukünftigen Eingangstüre zum Wohnhaus.


Bild-Nr.: 06361
Bild: Viktor Zimmermann
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01.02.2012

2012 - Aussenansicht im März


Bild-Nr.: 06362
Bild: Viktor Zimmermann
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Copyright: ©Viktor Zimmermann

09.03.2012

2012 - Die Baubewilligung für den Umbau wurde erteilt

Architekt Jörg Hüsser vermutet, dass das Haus aus dem hohen Mittelalter stammt und an die Innenseite der Stadtmauer angebaut war. Jetzt gilt es abzuklären, was schützenswert ist.

«Erst muss geprüft werden, was an Bausubstanz weiterverwendet werden kann und soll», sagt Jörg Hüsser.
Hüsser + Partner Architekten aus Muri werden für die Bauherrin Alex Gemperle AG, Hünenberg, diese
Sanierung durchführen. Hierbei gelte es, zusammen mit dem kantonalen Denkmalschutz und der Kantonsarchäologie das Schützenswerte herauszufiltern. So befinden sich etwa im alten Ratshaus auffällig dicke Mauern im Erdgeschoss – zwischen 130 und 180 Zentimeter breit. «Das lässt vermuten, dass das Haus aus dem hohen Mittelalter stammt und vermutlich an die Innenseite der Stadtmauer angebaut war», erklärt Hüsser. Gemäss chronologischer Altersbestimmung stammt der Dachstuhl aus dem Jahr 1462. Er soll denn auch weitgehend belassen werden, so wie ein Teil der geschosstrennenden Holzbalken. Auch historische Wände und Deckenverkleidungen werden fachgerecht ausgebaut, restauriert und wieder eingebaut.
Die Bauherrin hat dafür eigens eine Restauratorin angestellt, die eng mit der Kantonsarchäologie zusammen arbeitet. Allerdings sind die Decken und Wandverkleidungen aus der ehemaligen Ratsstube im 2. Ober-geschoss, die von 1467 stammen, im Landesmuseum Zürich. Ausgestellt und werden wohl dort verbleiben.
Im Zuge der bisherigen Vorabklärungen stiess man im Brückentor, das ans alte Rathaus angebaut wurde, nebst barockem Wandtäfer auf eine Toröffnung, die hinter einer Ofenwand «versteckt» war. «Dieses Tor diente früher wohl als Ausgang zur hölzernen Wehrlaube auf dem Brückentor», sagt Hüsser. Auch dieser Fundus werde restauriert.
Dachstuhl aus dem Jahr 1528
Der Dachstuhl im Brückentor stammt aus dem Jahr 1528, die Ofenwand aus dem Jahr 1754. Nebst den restaurierten Wänden und Deckenverkleidungen werden neue Elemente als Kontrast in zeitgemässer Architektursprache ergänzt, um die zeitlich verschiedenen Eingriffe lesbar zu machen, betont Hüsser. Mit dieser Architektur im Innern werde sowohl ein gestaltender Schutz des Hauses angestrebt als auch die heutigen Bedürfnisse des Wohnens berücksichtigt. «Es soll kein Museum werden, man soll drin leben können.»
Im alten Rathaus wird im Erdgeschoss das Ladenlokal bestehen bleiben - allerdings wird es ebenfalls sa-niert. Im 1. und 2. Obergeschoss und im Dachraum werden 4 Wohnungen (2,5- bis 3,5-Zimmer) geschaffen. Das Untergeschoss kann als Wohnatelier genutzt werden. Neu wird eine Unterkellerung stadtseitig für Keller und Technikräume realisiert. Im Brückentor wird das 1. Obergeschoss zu einem Wohnstudio. Im 2. und 3. Obergeschoss wird eine 3,5-Zimmer-Wohnung gebaut. Der Baubeginn ist für Januar 2013 geplant. Die Bauzeit wird mit 12 bis 14 Monaten veranschlagt. Zu den Kosten kann sich der Architekt nicht äussern, da noch zu viele Parameter offen seien.



Bild-Nr.: 06347
Bild: Viktor Zimmermann
Text: © Carolin Frei, Aarg. Zeitung 15. Mai 2012
Copyright: © Viktor Zimmermann/Carolin Frei

15.05.2012