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Empfangsschein des Postamtes Mellingen vom 16. November 1823.
Posthalter Karl Josef Müller bestätigt, eine Sendung im Wert von 23 Pfund von Herrn Gratwohl in Niederwil erhalten zu haben. Diese ist an Herrn Ludwig Scherb in Bischofszell zu senden.
Bild-Nr.: 12008
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Hauptgasse: Radierung von H. Orelli vom 19. Juli 1891
Im Hintergrund sehen wir vermutlich die Postkutsche Mellingen - Bremgarten, die von 1877 bis 1926 verkehrte und danach von einem Postauto abgelöst wurde.
Bild-Nr.: 12010 / 04000b
Bild: H. Orelli
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Blick gegen den Zeitturm. Unten das Mellinger Kugelwappen. Rechts oben das heute noch erhaltene Tavernenschild des „Hirschen“. Das links sichtbare Wirtshausschild am Restaurant zum „Scharfen Eck“ ist heute nicht mehr erhalten. Rechts gegen den Zeitturm hin das mächtige Gebäude des Gasthofs „Löwen“ mit eiserner Löwenfigur, die 1923 durch die Löwenplastik von Hans Trudel ersetzt wurde.
Auf der Strasse wohl die Postkutsche der Linie Mellingen-Bremgarten.
Über der Gasse hängt noch eine Gaslampe. Die elektrische Strassenbeleuchtung wurde erst 1908 eingeführt.
Kopie einer Festkarte anlässlich des Freischiessens der Schützengesellschaft Mellingen im August 1920 (Original in Farbe --> siehe Nr. 04001.2).
Bild-Nr.: 12020
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die letzte Fahrt der Postkutsche am 31. Juli 1926 auf der Hauptgasse
Von 1877 bis 1926 wurden die Passagiere von Bremgarten nach Mellingen und umgekehrt von einer Postkutsche befördert. Am 1. August 1926 übernahm ein Postauto diesen Dienst, s. auch Bild-Nr. 02058.
Das Kutschenwesen wurde lange Zeit von privaten Transportunternehmern – u.a. auch durch die Familie Fischer von Bern – betrieben. So eröffnete die sogenannte Fischersche Post vermutlich 1776 einen Postkutschenkurs Bern-Zürich. Dabei bediente man auf heutigem Aargauer Boden u.a. Aarburg, Aarau, Lenzburg. Mellingen und Baden. Seit 1776 verkehrten zudem auch Kutschen von Basel über den Unteren Hauenstein, weiter nach Olten – Aarau – Lenzburg – Mellingen – Baden nach Zürich.
Die Postkutschenrouten im 19. und 20. Jahrhundert
Seit der Gründung des Aargaus 1803 und der Errichtung des Bundesstaates 1848 unterstanden die Postkutschenbetriebe zuerst der kantonalen Verwaltung und 45 Jahre später dem eidgenössischen Post- und Baudepartement (heute UVEK; diesem ist die Post-Auto AG angeschlossen), wobei gewisse Bereiche von der von den kantonalen Kreispostdirektionen wahrgenommen werden. Letztere betrauten viele private Transportunternehmen, die verschiedenen Routen zu betreiben. So erlaubte der Kanton Aargau der Fischerschen Post die Kutschenfahrten Bern- Zürich bis 1808 fortzuführen.
Ab 1848 fuhr täglich ein Postkutschenkurs von Aarau über Lenzburg und Mellingen nach Baden. Als 1877 die Nationalbahn eröffnet wurde, stellte man ein Jahr später diese Route ein.
Ein weiterer Kurs führte 1848 über Baden – Mellingen – Wohlen und bis 1875 weiter nach Muri. 1877 beschloss die Kreispostdirektion die einspännige vierplätzige Postkutsche Mellingen – Wohlen neu über Fischbach-Göslikon nach Bremgarten verkehren zu lassen. Dieser Kurs wurde einmal pro Tag vom Mellinger Hirschenwirt Theodor Frey betrieben. 1904 ersetzte man die alte Kutsche durch eine sogenannte Berline, ein bequemes voll durchgefedertes Gefährt. Dieses verkehrte als Zweispänner zweimal pro Tag. Mit dieser Aufgabe wurde der Mellinger Fuhrmann Josef Zeier betraut, ab 1917 Albert Gottfried Zeier.
Bild-Nr.: 12100
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Von 1877 bis 1926 wurden den Reisenden Postkutschenfahrten von Bremgarten nach Mellingen und umgekehrt angeboten. Die letzten Jahre betrieb Albert Gottfried Zeier den Postkutschendienst. 1926 wurde dann die Kutsche durch ein zwölfplätziges Postauto ersetzt. Wir sehen hier die bekränzte Postkutsche vor ihrer letzten Fahrt vor dem Postlokal am Zentralplatz. Das Postbüro war von 1863 bis 1967 hier untergebracht.
Zur Geschichte der Postkutschenlinien s. Bild-Nr. 12100
Liste der Standorte der Postbüros in Mellingen s. Bild-Nr. 12320
Bis 1982 hatte nachfolgend die Raiffeisenbank ihr Domizil in den alten Räumlichkeiten am Zentralplatz. Sie wurde dann in ein Bankgebäude an der Bahnhofstrasse 8 verlegt, während nach gründlichen Umbauten und Renovationen die Aargauische Kantonalbank bis 2005 im ehemaligen Postlokal ihre Geschäfte betrieb. Darauf war hier eine Zeitlang ein Kinder-Secondhandshop eingemietet, heute (2023) eine Filiale der Horvathcannabis.
Bild-Nr.: 12090
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
1926 wurde die Postkutschenlinie Mellingen-Bremgarten durch ein Postauto abgelöst.
Hier eines der ersten Postautos, das auf der Strecke Mellingen-Bremgarten verkehrte.
Schriftzug auf dem Postauto:
".........?STATION BRUGG
tel.318
POSTKURSE BRUGG - UMGEBUNG"
Bild-Nr.: 12143
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Fast alle Busse hatten damals noch eine mächtige Motorhaube vor dem Fahrgastraum.
Dieser Frontlenker Marke Fiat der Firma Louis Geissmann, Mellingen, der ab 1950 die Busstrecke Mellingen – Wohlen befuhr, wurde von den damaligen Schulbuben als supermodernes Gefährt bewundert. Es war der erste Frontlenker der Postautoflotte in Mellingen.
Bild-Nr.: 12160
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen